Adventure: Roadtrip Schweiz

Mit über zwei Stunden Verspätung starten wir endlich auf die Hauptstraße Richtung Allgäu. Ohne weitere Probleme oder Zwischenstopps ist unser erstes Ziel der Seealpsee oberhalb des Oytals. Als wir ankamen sind wir sofort auf die Räder gesprungen und Richtung See gefahren, um uns um den Weg und die Begebenheiten zu vergewissern, da es sehr viel regnete. Wir ließen dazwischen noch unsere Drohne starten und machten auf unserem Weg einige Videosequenzen. Gegen 20:00 Uhr sind wir zurück am Bus. Johannes machte noch eine kurze Sportsession, während Ich noch einmal das Wetter für die morgige Bergtour überprüfe. Leider muss Ich feststellen, das für morgen ein sehr schwerer Sturm angesagt ist und wir eventuell, da der Berg eh schon mit hoher Warnstufe ausgeschrieben ist, die komplette Tour in den Wind setzen müssen. Wir machen uns Bett fertig und bereiten das Equipment für morgen zusammen, falls es doch nicht so schlecht aussieht und wir die Bergtour wagen.

Am nächsten Tag leuchten einige Benachrichtigungen auf meinem Handy gegen 04:24 auf, als Ich auf mein Handy starre. In 6 Minuten wird der Wecker leuten, und draußen stürmt es bereits. Ich beschließe den Wecker eine Stunde später zu stellen, da es sich nicht lohnt Johannes jetzt zu wecken. Gesagt getan und versucht weiter zu schlafen. Ich höre plötzlich den Wecker und mache einen Satz, Ihn sofort auszustellen. Johannes hat Ihn bereits gehört und richtete seinen Körper auf, um in den Tag zu starten. Wir bemerken beide das Wetter und dachten das auf die Sekunde das gleiche – wir werden heute keine Bergtour machen können.

Einige Stunden später, nachdem wir uns nochmal auf die Seite legten, erwache Ich erneut und ging aus dem Bus hinaus ins feuchte Kalt, um nach Johannes zu suchen. Er ist bereits auf der Hinterseite des Busses gegangen, um die Räder und einige Sachen unseres Gepäcks zu trocknen. Nach einem Blick auf die Uhrzeit musste ich feststellen, dass es bereits 10:38 war.

Wir packen schleunigst unsere Räder und Ski in den Bus und fahren weiter Richtung Lechtal. Wir wissen, dass dies ein kleiner Umweg in die Schweiz ist, wollen dort aber nach Holzgau und durch das grandiose Lechtal fahren um dort die gewaltige und beeindruckende Landschaft mit unseren eigenen Augen zu sehen. Am frühen Nachmittag kommen wir in Holzgau an der Hängebrücke an, auf der wir einige Videosequenzen in über 110m Höhe geplant haben. Nach 3 Stunden Fußweg, Erkundungen, Filmsequenzen aufnehmen und guter Laune sind wir wieder in den Bus gestiegen und starten die Weiterreise durch das Lechtal in Richtung Schweiz. Die Landschaft verändert sich immer schneller und immer mehr, desto weiter wir in Richtung Schweiz fahren. Wir zielen Sankt Moritz an, wo wir viele Ideen haben, für unsere Sponsoren und unserem Kurzfilm einige wirklich geile Momente einfangen zu können. Wir fahren also durch die Schweiz über den Julierpass in die Stadt Sankt Moritz. An diesem Abend beschließen wir noch, den Julierpass nochmal am nächsten Tag fotografisch und für unseren Kurzfilm einzufangen. Jetzt gilt aber erstmal eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Wir hören ein lautes Geräusch, das immer lauter wurde. Traktoren? Ein Sportwagen? Ein Flugzeug? Wir sehen drei riesigen Geräte durch die Luft in Reih und Glied fliegen, und machen uns in Windeseile fertig um aus dem Bus zu kommen. Es war wirklich kalt in dieser Höhe, windig weniger dafür umso kälter. -15 Grad gefühlt. Im Schatten eines riesigen Berges. Die drei Helikopter landen ca. 20 Meter vor uns. Es wurde noch kälter, Staub und kleine Steinchen wirbelt es direkt vor Uns auf und prallen gegen die Südwand des Busses. Die Motoren werden langsam ausgestellt und ein Pilot steigt aus dem Helikopter. Nach einem Gespräch wurde uns erklärt, das hier lauter reiche Leute gerne Helikopter-Skifahren gehen oder sich per Helikopter das komplette Panorama der Schweiz ansehen. Nach einiger Zeit beschließen wir uns etwas durch unser TreknEat Food Paket von der Katadyn Group etwas zu stärken und bereiten uns für den kommenden Tag vor. Wir planen nach Erkundigung einer der teuersten und luxuriösten Städte der Schweiz einen kleinen Besuch im Schwimmbad in Sankt Moritz, danach weiter zu fahren zum Julierpass und gegen Abend eine Skitour an den Piz Béver zu unternehmen.

Die Skitour war klasse! Der Aufstieg ging schnell und einfach, mit frischem Klima, besten Bedingungen und mit einer einfachen Tour. Die Aussicht oben war absolute Spitze und Ich habe selbst nicht einmal bei den vorhandenen -10 Grad ans Frieren gedacht, da Ich mit meiner Jacke von Jack Wolfskin bestens ausgerüstet war. Am Gipfel stärkten wir uns dank unserer TreknEat. Erstmal leckere Bolognese und frisches Quellwasser. Die Sonne verlief sich langsam hinter den Bergen und wir hatten einen unglaublich schönen Sonnenuntergang. Als wir uns auf den Rückweg machen wollten, kam plötzlich eine unglaubliche Szenerie zwischen den Bergen zum Vorschein. Es sah aus wie eine gigantische Flut weißen Puders die durch die Berge sauste – Ein Schneesturm. Einen solchen Berg mit solchen Bedingungen hinunterfahren ist selbst für erfahrene Skifahrer sehr gefährlich. Wir packten also sofort unsere Sachen zusammen und fuhren zwar sicher, aber so schnell es geht den Berg hinunter. Nicht mal auf der hälfte der Strecke wurde es plötzlich sehr windig und man sah durch die Brille kaum mehr was. Maximal 4 Meter. der Rest war weiß. Der Boden durch den Schnee, die Wand vor einem und über einem. Alles weiß.  Am Ende waren die letzten Kilometer durch Bruchharsch zusätzlich unglaublich mühsam und

Konzentrationsfressend zu befahren, aber wir haben diese Aufgabe trotz aller Probleme und Schwierigkeiten bestens gemeistert und kehrten gegen 22:00 Uhr zu unserem Bus zurück. Komplett durchnässt von geplanten Stürzen und getränkt unserem Schweiß wechselten wir uns unsere Kleidung und wärmten uns auf dem WC des Rastplatzes noch gut auf, da dieser unglaublich hygienisch und warm war. Wir fuhren anschließend noch ca. 20-30 km über den Maloja Pass und suchten uns dort eine warme Bleibe für die herankommende, eiskalte Nacht. Am nächsten Morgen haben wir schon nach 9:00 Uhr – wir wollten uns nach den vergangenen Tagen voller Sport und Action einen Tag längeren Schlaf gönnen. Nach dem Morgenritual fahren wir weiter in den Süden Richtung Mailand, als es plötzlich unglaublich warm wurde. Kurze Hose war angesagt, als wir in Messoco Halt machten um unsere Akkus vom Vortag zu laden. Dabei freunden wir uns mit Myriam und Ihrem Sohn an. Sie hat einen italienischen Freund und beide waren höchsterfreut von Uns und unseren Geschichten zu hören.

Nach ca. 2 Stunden Aufenthalt bei der Familie und einem kleinen Spaziergang in dem kleinen Dorf fahren wir weiter Richtung Lugano. Eine große City mit klasse italienischem Look. Für meinen Geschmack definitiv mehr Italien als Schweiz. Wir sehen uns in der City mithilfe unseren VW´s ein wenig um und haben auch schon unser Ziel für den heutigen Tag gefunden – den Monte Bré. Wir müssen ungefähr 7000 Stufen nach oben gehen, um an die Spitze des Berges zu kommen. Wir sind den kompletten Berg nach oben und finden eine kleine Kirche, nicht sehr beindruckend, doch die Aussicht und der Blick über die Stadt dafür umso mehr.
Wir lassen unsere Drohne fliegen, die DJI Phantom 4 Pro, knipsten noch einige Bilder und richten uns für den Rückweg in die Stadt zu unserem Bus. Wir suchen uns als wir ankamen noch einen Schlafplatz, der direkt an den Tennisplätzen in Lugano liegt. Natürlich habe Ich den Besitzer davor um Erlaubnis gebeten. Er war überrascht da es noch niemanden gab der auf solch eine Idee kam, dort zu übernachten.

Nach einem kurzen Gespräch und coolem Auftreten und kennen lernen seinen Cousins, gibt er uns aber ziemlich rasch seine Erlaubnis.

Wir schauen noch ein wenig das Tennisspiel von dem lokalen Frauenteam an, was aber schon nach 10 Minuten zu Ende war. Nach einen weiteren Drink gehen Johannes und Ich zuürck zum Bus, das auf dem Parkplatz direkt vor der Tür steht. Johannes kommt die Idee, noch eine kurze Trainingseinheit anzugehen, Ich mache den Bus für die Nacht währenddessen fertig und verfalle noch ein wenig mit den Damen des Tennisclubs in ein nettes Gespräch.

7:30: Erkunden von Lugano, wegen unglaublich schlechten Schlaf beschlossen wir nicht gleich weiter über den Furkapass Richtung Zürich zu fahren, sondern erstmal Lugano unsicher zu machen. Highlight des ganzen Tages: „Grazie, Prego, Arividerci“ – Insider!

Wir suchten einen McDonalds um etwas Wifi zu schnorren und zogen weiter durch die Stadt. Von der einen Wirtschaft zur anderen, von einem Cafe zum nächsten. Sahen uns Hotels und die Straßen genauer an, fuhren zum See von Lugano und hielten am Casino, um uns den Lifestyle und den Luxus dort anzuschauen. Die Kultur ist dort auf jeden Fall schnell und gemütlich, leicht und teuer. Ganz cool eigentlich. Vielleicht was für unseren Ruhestand.

Jetzt aber nicht ganz unseres, ist aber so an sich echt nett anzusehen und für einen Tag fühlten wir uns wie Neureiche. Wir schwärmen weiter aus durch die Stadt, Nähe des Casinos und den Bars.

Gegen Nachmittag fahren wir weiter in Richtung Mailand und in den Westen zurück in die Schweiz, wo wir zum Matterhorn wollten. Trotz des Entspannenden Tages wurde Johannes immer blasser und schwächer, wir befürchten eine Grippe. Um unseren spannendsten Tag des Roadtrips, die Skitouren um das Matterhorn zu wagen, mussten wir beide auf Hochtouren fahren und zu 100% gesund und auf Uns und unsere Kräfte zählen. Wir fuhren bis Nähe Brigs, wo wir dann uns entschieden, nicht den Weg Richtung Zermatt, Matterhorn einzuschlagen, sondern weiter in den Osten über den Furkapass zu fahren. Die Nacht brach so schnell über Uns herein, dass wir keine Chance mehr hatten, einen Vernünftigen Schlafplatz zu finden. Also fahren wir bis zum Furkapass und dort endete unsere Fahrt für heute, da die Straße wegen Lawinen gesperrt war. Wir stellen Uns einfach direkt neben den Schienen am Bahnhof hin, wo uns am nächsten Tag der zug mitnehmen soll.

Am nächsten Tag werden wir von Zügen geweckt. Wir übernachteten nämlich direkt beim Bahnhof am Furkapass, da man einen Autozug durch die Alpen nehmen kann. Wir haben uns gestern im Bus noch besprochen, eine andere Route einzuschlagen, nämlich die in Richtung Appenzell, an Zürich vorbei und weiter dem Bodensee entgegen.

Wir nahmen also den sehr coolen und wackeligen Autozug auf die andere Seite des Berges, fuhren vom Zug herunter und stellten uns auf eine Parkfläche bei einigen Hotels.

Erforschten einige Abschnitte des Gebirges und am Ende des Nachmittags zur Abendstimmung noch einen kleinen Abschnitt Richtung Ziel. Nach einem tollen Wandertag hocken wir wieder im Auto und fahren weiter nach Appenzell. Als wir ankommen war bereits alles dunkel und wir fahren direkt zu unserem Ziel auf einen großen Parkplatz und stellten uns dort hin, um uns für die Nacht fertig zu machen.

Am nächsten Tag starten wir sehr früh, gingen zum Seealpsee um uns endlich mal wieder gründlich zu baden und kühlten uns in dem eiskalten See sehr ab! Er war eisig kalt. Johannes jedoch nahm seinen Neoprenanzug mit, sprang ins Wasser und schwimmt erstmal eine Stunde. Ich plane unsere Tour für heute, die wir mit seiner Rückkehr sofort starten. Wir gingen zuerst um den See herum, als dann die ersten Touristen auftauchten, beschließen wir, zügig hoch an die Berggipfel zu wandern. Gesagt, Getan. Wir gehen ziemlich steile Abschnitte in Richtung Himmel und fühlten uns wieder großartiger, genau in unserem Element. Ebenso wie wir es gewohnt sind, nicht wie in Lugano oder in einer Millionenstadt, sondern genau da zwischen Bäumen und Büschen in großer Höhe. Wir gehen fast einen Tagesmarsch auf die andere Seite der Berge zum Gasthaus Äscher, in dem mittlerweile sehr vielen Touristen angekommen sind. Bereits jetzt ahnte Ich, dass mein geplantes Bild, der fast schon Standartausblick aus Instagram nicht so möglich war, wie ich ihn fotografieren wollte.

Wir gehen relativ zügig wieder zurück Richtung einem kleinen Haus, das vor ein paar Minuten noch einige Meter über Uns zu sehen war. Es ist eine kleine Käserei mit wenigen Kühen und einem sehr hübschen Wächter – Merlin. Weniger wie ein Zauberer, mehr wie ein Wächter des Hauses. Wir unterhielten uns mit den Besitzern prächtig und waren hin und weg von deren Lifestyle in den Bergen, Sie wohnten dort oben ohne Strom und fließendem Wasser, nur mit einem kleinen Brunnen und einer kleinen Wasserstelle, aus der frisches Wasser herausplätscherte.

Wir sind nun schon fast den ganzen Tag auf den Beinen und sind in den Schweizer Alpen weite Entfernungen gegangen, dass sich nun leider langsam bemerkbar macht. Wir nehmen also langsam den Rückweg zurück zum Seealpsee auf uns, in dem wir uns unbedingt noch einmal abkühlen wollen. Wir gehen wieder den restlichen Weg zurück zum Bus, und fahren einige Kilometer weiter nach Friedrichshafen, bereit für eine Messe, die am nächsten Tag stattfinden wird. Wir sind dazu von einem unserer Partnern und Sponsoren eingeladen worden, Sie zu besuchen und haben dort ein kleines Meeting. Die restlichen Details sind eher langweilend, Meetings und Gespräche etc. Deshalb ist unsere Reise bis hier soweit zu Ende erzählt.

Vielen Dank fürs lesen, unseres sehr kurzen Reiseberichtes aus der Schweiz.

Jack Scorner

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